Projekt

INHALTE UND FORMEN

Leicht zugängliche künstlerische und menschliche Begegnungen
in verschiedenen Ländern an Schlüsseldaten des Ersten Weltkrieges.

Sehnsucht nach Menschlichkeit, 
schafft eine klingende Brücke über die Zeit

Über fünf Jahre zwischen 2014 und 2018 werden in einigen der damals kriegsführenden Länder Begegnungen stattfinden mit verschiedenen Ausdrucksformen: sei es als Chorbegegnungswochen, sei es als Internationale Sommer-Friedensschulen für junge Menschen. Jedes Format wird seine künstlerische Sprache finden, unterstützt von den Chorleitern und Schauspielern. Hierfür werden die Beteiligten vorher zum Beispiel einschlägiges musikalisches Material recherchieren. Auch Erinnerungsmaterial aus dem familiären Umkreis der Beteiligten kann als Einstieg in einen verbalen und musikalischen Austausch unter den Gruppen dienen. Die jeweiligen Treffen schließen mit einer öffentlichen Aufführung und einer Dokumentation, die zum nächsten Treffen im nächsten Land überleitet.

Das gesammelte Chormaterial wird einem renommierten Komponisten als Ausgangsmaterial dienen für eine neue Komposition. Diese wird das Gemeinsame im Denken und Wirken der Menschen in Europa ausdrücken und  2018 zur Uraufführung kommen – in vielen gleichzeitigen oder einer zentralen Veranstaltung. Über die Medien  nimmt ein breiteres Publikum in Europa an den Begegnungen teil. So entsteht dies Projekt wie eine Brücke Stein um Stein, oder wie ein Puzzle, dessen Gesamterscheinung erst bei seiner Vollendung erkennbar ist.

ZIELE

Mehr wissen, sich gegenseitig entdecken

Das Wissen auf den Spuren des Ersten Weltkrieges vertiefen : über die familiäre und örtliche Erinnerungskultur  die „Kriegskultur“  in den teilhabenden Ländern im Westen und im Osten entdecken; Entwicklungen von damals wahrnehmen, deren Spuren bis heute reichen, wie: Rollen der Frauen, Mobilmachung in den Kolonialvölkern, Gang zur Unabhängigkeit in Mitteleuropa; Aufbrechen sozialer Gegensätze….

Entdeckungen möglich machen : gegenseitiges Verständnis bzw. Annäherung verschiedener Erinnerungskulturen, nicht-geheilte Wunden;  Erwartungen und Befürchtungen unter den Bevölkerungen in Bezug auf die Organisation des Kontinentes …

Künstlerische Ausdrucksformen finden für die Vorstellung vom gemeinsamen Leben in Europa, in verschiedenen Formaten (generationsgerecht).

DURCHFÜHRUNG

Wir spannen einen Bogen :
Auftakt, dramatischem Höhepunkt, Ausklang.

Laienchöre/ -truppen ansprechen und ihre Netzwerke in den ehemaligen Kriegsländern für ein Engagement über mindestens 2, höchstens 5 Jahre.

Von 2014 bis 2018 jährlich 1-2 Europäische Musikalische und Menschliche Begegnungswochen organisieren, wobei die jeweilige Teilnehmerzahl 100 nicht überschreiten soll, d.h. 4-5 Gruppen. Ein Kern von Gruppen sollte das Projekt über die Jahre tragen (französisch – deutsch –  plus 1), weitere  sollten mindestens an zwei Begegnungen  teilnehmen. Eine Gruppe, die einmal Gastgeber ist, sollte mindestens einmal auch an einem anderen Ort Gast sein.

Eine Komposition ausschreiben und einen Wettbewerb einrichten, in dem das von den Chören gesammelte Material  Wert findet;
Schulen und Jugendgruppen vor Ort einbinden und zu „Internationalen Sommer - Friedensschulen“    einladen.
2018 ein europaweites Abschlußfest feiern, u.A. mit der Uraufführung des entstandenen Werkes; unter Einbeziehung der Medien den Höhepunkt aussenden, aber auch die Chorfeste in verschiedenen Städten europaweit sichtbar machen.

LEITLINIEN

Ein gewichtiges Themenfeld leicht tragen.

Laienchöre in verschiedenen Ländern recherchieren zum Thema lokal an ihrem Ort, ihre Mitglieder in ihren Familien… Sie stellen ihr eigenes Repertoire „Sehnsucht nach Menschlichkeit“ zusammen sowie eine Präsentation „ihrer“ Erinnerungskultur;

An Schlüsseldaten treffen sich jeweils mehrere Chöre zu europäischen Veranstaltungen, wobei die Gastgeber, lokale oder nationalen Instanzen ein Rahmenprogramm zum Austausch mit der Bevölkerung und ihrer dortigen Erinnerungskultur  vorbereiten. Begegnungsorte sind nicht unbedingt Kriegsschauplätze, sondern ggf. Orte von „Menschlichkeit“ in den Kriegsländern.

Der universelle Charakter des Ersten Weltkrieges, mit außereuropäischen kriegsführenden Ländern und der  Einbindung von Arbeitern und Soldaten aus den kolonisierten Völkern sowie den Rückwirkungen auf die dortigen Gesellschaften, soll in unser Projekt einfließen;

Das Projekt kann eine Botschaft gegen Zynismus darstellen und beitragen, die ethische Bildung der Person und der Gruppen ernst zu nehmen. Um in den Begegnungen nicht Nostalgie, Erinnerungs-Tourismus oder gar Entfachen alter Gegensätze den Raum zu überlassen,  wollen wir jeweils geeignete Methoden unter Mitwirkung Dritter (Mediation) entwickeln. Unser Projekt ersetzt keine historischen und keine soziologischen  Kolloquien, es beansprucht keine festgelegten politischen Aussagen.

Medien machen die Veranstaltungen europaweit erlebbar. Trotz Demoralisierung, Traumata und Vorherrschaft militärischen Denkens als Motor technisch-organisatorischer Entwicklung tragen sie zur Zivilisierung von Gesellschaft bei.

ZEITLICHE PLANUNG

2014

•  Auftakt der Friedens –Sommer –Schulen: 4.-9.Juni Sarajevo; 28.6. – 6.7. in Lyon
• Auftakt für Chorbegegnungen: 4. – 6. Juli : « Dialoge in Menschlichkeit »( )  in Lyon mit einem Workshop für Chorleiter und kleine Delegationen der interessierten Chöre, sowie Teilnahme von Gruppen  aus ehemals  kolonisierten Ländern, die am Ersten Weltkrieg beteiligt waren, und : 16. – 20. Juli :  Chorbegegnung in Sarajevo

2015

• Frühjahr/Sommer : Begegnungen  in  Belgien, Deutschland, Polen
• Juni: Einladung zur Teilnahme am Musik -Festival in Savoyen
• Ausschreibung und Wettbewerb für eine musikalische Komposition

2016

• Frühjahr:  Begegnung in Ostfrankreich (Péronne)
• Sommer:   Begegnung in Rumänien

2017

• Frühjahr : Begegnung in Norditalien
• Während der Begegnungen proben die Chöre  die musikalische Neuschöpfung ein
• Sommer: Begegnung in Deutschland

2018

• November: „Europa singt“  zeitgleich in verschiedenen Ländern ein europaweites Programm.

INITIATOREN UND PARTNER

Initiatoren

Mascha Join-Lambert, Politologin, Chambéry (Savoie), Frankreich/Deutschland
Cornelia Keller-Kirst, Theaterwissenschaftlerin, und Barbara Winzer, Juristin und  Dramaturgin, Theatergruppe HOR,Berlin
Geneviève Ancel und Patrick Viveret, Dialogues en Humanité, Lyon
Cyrille Colombier, Musikpädagoge und Chorleiter, Region Rhône-Alpes. Die Chöre Ensemble 2021,  Vocalam  in Savoyen; Cantilena in Wroclaw
Mathieu Damian und Richard Petris, mit der  Ecole de la Paix, Grenoble

Partner

Henri-Georges Brun, Initiator « Pour que vive Sarajevo », Albertville, und Gen. Jovan Divjak mit OGB&H, Sarajevo
Tamasz Rozniak mit Fundacja Nowy Staw, Lublin
Tijana Vlgnjevic mit Frauenchor „Korona“ ; Ivo Markovic, Gründer des interreligiösen Chor „Pontanima“, Sarajevo
Azdine Benyoucef und Street-Art Tanzgruppe  « Compagnie du Second Souffle », Lyon
Charlotte Messiaen und der Chor der Universität Louvain-la-Neuve, Belgien
Thomas Henning, Komponist und Chorleiter, im LV Berlin des Deutschen Chorverbandes, Berlin
Volksbund VdK, LV Berlin, Jugendreferat, Berlin

Unser Projekt steht Allen offen, die sich in  seinem Geist und Methode anschließen möchten.

Unterstützer 2014

DFJW : Deutsch- Französisches Jugendwerk
Toepfer  Stiftung FvS, Hamburg
Metropole Grand – Lyon, Lyon
Mission du Centenaire, Paris