Sehnsucht nach Menschlichkeit ist unverwüstlich

Sehnsucht nach Menschlichkeit ist unverwüstlich,
sie kann das Leben heute ermutigen.

So wichtig es ist, die Versöhnungswege nach den Kriegen nachzuzeichnen, so notwendig ist die Spurensuche der Menschlichkeit inmitten der Zerstörung.  Wir wissen von der Solidarität in jedem Land mit den Männern an der Front. Auch das Umschwenken der Unterstützung des Krieges zur Auflehnung gegen ihn nach der Erkenntnis seiner Sinnlosigkeit ist eine Form von Solidarität. Wir wissen von den Bemühungen einiger, besonders Frauen, sich nicht von der Kriegsbegeisterung anstecken zu lassen. Sie wurden überall verschrien und bezahlten ihren Mut mit Ächtung.  Aber auch „mitten drin“ auf den Kriegsschauplätzen, in den Internierungs- und Gefangenenlagern, in und zwischen den Gräben selber, wissen wir hier und davon Gesten der Menschlichkeit gegen das Wüten der Entmenschlichung.

Unser Projekt, für Alle zugänglich, wird also daran erinnern, wie in jeder Gesellschaft  eine nationale und heroische Begeisterung  auch Skeptische erfaßen kann und  wie Krieg demoralisiert. Es wird die ethischen Leistungen würdigen, die der  Menschlichkeit Wege suchten, innerhalb und außerhalb der Armeen.

Die Kette, mit der Werte von einer Generation zur anderen weitergegeben werden, kann nie ganz durchschnitten werden.  Sehnsucht nach Menschlichkeit ist widerstandsfähig, selbst wenn sie sich verstecken muß oder verunstaltet daherkommt. Aus dieser Überzeugung speist sich unser gemeinsamer Wille  zu einer internationalen, generationen- und schichtübergreifenden künstlerischen Expedition. Wir wollen uns auf den Weg machen, die gemeinsamen Werte von Menschen in Europa freizulegen wie eine Quelle, welche nicht Schlachtfelder jeder Sorte, sondern Felder für Frieden fruchtbar macht.