Die idée

DIE IDEE

In Berlin und in Savoyen machen sich ein paar Europäer gemeinsam auf die Spuren des Ersten Weltkrieges. Sie leben selber in europäischen grenzübergreifenden Regionen und möchten die Jahre der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg für neue Begegnungen und Aufmerksamkeit unter Europäern nutzen. Sie teilen ein paar gemeinsame Überzeugungen.

Françoise Adam,   über ihren Vater, den Mathematiker Henri Cartan ,1904-2008

„ Man darf sich nicht entmutigen  lassen.“
„Als mein Vater 14 war, nahm ihn mein Grossvater  mit zur Front, um  einen gefallenen Onkel zu identifizieren. Diesen Eindruck hat mein Vater nie vergessen. Er schloß daraus, dass solch Entsetzliches nie mehr passieren dürfe. Vor und nach dem 2. Weltkrieg und trotz ihm knüpfte er berufliche und persönliche Verbindungen zu deutschen Kollegen.“

Minister a.D. Louis Besson, Präsident von Chambéry Métropole :

„Ich verdanke mein Leben der Menschlichkeit von zwei feindlichen Soldaten“
Mein Vater war Telegraphist an der Front an der Somme. Beim Linienlegen stieß er auf seinen deutschen „Kollegen“. Es kam darauf an, wer von beiden schneller schoß, darauf war er trainiert worden. Aber er schoß nicht, ebensowenig wie der deutsche Soldat. Jeder ließ dem Feind das Leben. Der Franzose sollte mein Vater werden….und ich, viel später, mich in allen politischen Aufgaben für den Frieden einsetzen, zum Beispiel in der Zeit des Algerienkrieges. Das Gedenken an den Ersten Weltkrieg sollte auch aus der „Tiefe des Landes“ kommen, aus den Regionen Frankreichs, aus deren Dörfern die Soldaten geschickt wurden und die immer Aufnahmeland waren für Flüchtlinge.

Cyrille Colombier, Chorleiter, und Anne-Marie Chapsal, Vorsitzende des „Ensemble2021:

„Uns interessiert die Zukunft.“
Zum Singen gehört für unsere Chöre die Suche nach Sinn. Die menschlichen Begegnungen bedeuten eine Freude und auch Schritte ins Unbekannte, ein Ja zum Risiko. Auch der künstlerische Weg zu einer musikalischen Kreation ist ein Abenteuer. Uns interessiert nicht so sehr die Erinnerung, als die Zukunft in Europa mitzugestalten.

Mascha Join-Lambert, Initiatorin:

„Das Gute ist unverwüstlich“
Fast 40 Jahre lang stellte mich mein Leben in die Nähe von Menschen am Rande unserer Gesellschaften.               Von ihnen habe ich gelernt, daß der Kampf für die eigene Würde und die des Nachbarn Menschen am Leben hält. „Das Gute“ ist unverwüstlich. Es trotzt, wenn auch erniedrigt, der Barbarei um uns und in uns.                                                         Die Sehnsucht nach Menschlichkeit ist die Friedenskraft schlechthin: sie verdient Würdigung in der Geschichte unserer Zivilisation, auch wenn diese sich im 20.Jhdt. selbstzerstörerisch verunstaltete.

Cornelia Keller-Kirst, Kulturmanagerin, Berlin:

„Das Fest soll in den Mittelpunkt gestellt werden.“
Jedes Land hat ein hat ein großes Kulturrepertoire. Wir wollen das Gemeinsame, die Freude aneinander, finden.
Darüber auch zu den modernen europäischen Konzepten finden: was zB. bedeutet uns Nachhaltigkeit?

Richard Pétris, Gründer und Vorstandsmitglied, Ecole de la Paix, Grenoble :

„ Frieden definiert sich aus Phantasie.“
 Ich bleibe davon überzeugt, dass Krieg unmöglich wird. Frieden definiert sich aus Vorstellungs- und Gestaltungskraft, und nicht als Schweigen der Waffen. Dieses Projekt wird Menschen aller Wege zusammenführen und  Politikern, denen Phantasie abgeht, inspirieren.

Dr. Henning Scherf, Präsident des Senats und Bürgermeister a.D. der Freien Hansestadt Bremen, Vorsitzender des Deutschen Chorverbandes

„Menschen in Südost- und Osteuropa begegnen“
Vor hundert Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Ich möchte unterstützen, dass dieser Welttermin Begegnungen mit. Menschen in Südost- und Osteuropa ermöglicht. Wir wollen mit Singen, mit Gemeinsam - singen Brücken bauen, Friedenschulen dort gestalten, wo kein grosser Zulauf herrscht, fern von den großen Hauptstädten.
Mit Singen wollen wir uns ohne Umschweife gegenseitig ins Herz blicken.
Das ist ambitioniert. Da bin ich gerne dabei.

Patrick Viveret, Philosoph, Dialogues en Humanité :

 « Freundschaft taugt als Grundlage für Politik ».
Um sich aus der Logik von Gewalt und Krieg zu lösen, muß man mitten im Leben solche Erfahrungen machen, die Freundschaft entwerfen. Sie taugen auch als Grundlage für Politik.