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Die Idee

Nach dem Ersten Weltkrieg riefen ein paar Lehrerinnen aus Deutschland und Frankreich „Internationale Sommerschulen“ ins Leben und schafften es, diese Begegnungen bis tief in die Nazizeit hinein aufrecht zu erhalten, mit Hilfe von Freunden in der Schweiz. 2014 beginnt die Erinnerung an die Selbstzerstörung des alten Europa im Ersten Weltkrieg, vor hundert Jahren.

Das gibt uns Anlaß, an den Erfindungsgeist und Mut dieser Frauen anzuknüpfen. Ihr langer Atem inspiriert uns, mit jungen Menschen im Europa von heute einen Friedensweg einzuschlagen. In verschiedenen Stationen in Europa wollen wir uns von 2014 – 2018 treffen, um uns über Frieden heute zu verständigen und unseren Lernschritten dabei einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen.

Wir denken an junge Erwachseneaus verschiedenen Lebensbereichen und Ländern, die eines gemeinsam haben: sie haben sich vor Ort in ihrem Land in einer Initiative, die Frieden schafft, engagiert. Was Engagement bedeutet, an Aufschwung, an Fragen, an Hindernissen, haben sie selber schon einmal erlebt. Sie möchten davon reden (manchmal schreien!) und brauchen ehrliche Zuhörer. Sie möchten selber zuhören und entdecken, wofür und wie Gleichaltrige sich engagieren, über andere Länder lernen. Sie möchten sich anderen nahe fühlen in einem für alle Generationen heute gültigen Ideal von Frieden.

Um solche Möglichkeiten zu erschliessen, wollen wir uns mit ein paar Gruppen in Europa zusammentun. Neben einer logistischen Unterstützung wollen wir thematische Lerninhalte erarbeiten und ihnen insbesondere Künstler zur Seite stellen, damit sie ihren Austausch in eigene musikalische und theatralische Sprache formen können. Dabei wollen wir „nicht Masse, sondern Klasse“ (jeweils max. 30 Teilnehmende) gestalten.

So wird sich bis 2018 ein Jugendformat von VoCE 2014-2018 bilden. Es wird den Weg, den Chorbegegnungen in Europa gleichzeitig gehen werden, kreuzen und ergänzen. Ein gemeinsames großes Friedensfest 2018 wird die Öffentlichkeit erreichen. Es soll das Ziel des geteilten Weges sein, das Ergebnis eines Erlebens, das hoffentlich weiter wirken wird.

Der Auftakt zu diesem Weg kann im Rahmen des Peace – Event in Sarajevo an Pfingsten 2014 gegeben werden, weil dieser von einem unparteiischen Geist getragen sein wird:  dort werden sich Europäer treffen, die unterwegs sind zu ähnlichen Zielen. Junge TeilnehmerInnen aus Bosnien und Herzegowina werden dabei sein und später zu wichtigen Partnern der Sommerschulen. Viele Themen werden angesprochen, und so können eigene Prioritäten für die ersten Begegnungen in 2014 und 2015 ausgemacht werden.

Das Rückgrat der Internationalen Sommerschulen für Frieden

Kann man ins Auge fassen als Zweijahreszyklen von europäischen Begegnungen. Jeder Zyklus umfaßt vier ein- oder  zweiwöchige Treffen in jeweils einem Partnerland. Es sollten nicht mehr als ca. 30 Teilnehmer bei jeder Begegnung mitwirken inkl. Begleitung. Wir denken bisher an folgende Länder, in denen sich auch Chöre treffen werden im Rahmen von VoCE 2014-2018:

1. Zyklus 2014 - 2015

  • Sarajevo/Bosnien-Herzegowina (Peace Event): 4. – 9. Juni 2014, Empfang durch OGB&H
  • Lyon (« Alle Singen“/ Dialogues en Humanité): 28.Juni - 7. Juli 2014, Empfang durch Compagnie Second Souffle;
  • Lublin/Polen ,(Exkursion Lvov/Ukraine; Wroclaw):2-3 Wochen August 2015, Empfang durch Nowy Staw, Lublin
  • Deutschland , vorl.Datum 26.12. – 1.2.2016 ,   Empfang durch  Volksvund/Dt.Kriegsgräberfürsorge, LV Berlin

2.Zyklus 2015 – 2017 (Partner noch zu finden)

  • Belgien: 29.3. – 6.4. 2015 Mögliche Zusammenarbeit mit der Bildungsstätte des Volksbund in Lommel
  • Rumänien : 1 Woche Frühjahr 2016
  • Péronne, Somme/Frankreich (Historial in Péronne): 2 Wochen Sommer 2016
  • Deutschland: 1 Woche Frühjahr 2017 (Mögliche Partnerschaft mit dem Volksbund LV Berlin)

3. Zyklus 2017 – 2018 (Partner noch zu finden)

  • Norditalien, 2 Wochen Sommer 2017
  • Elsaß/Frankreich (Hartmannswillerkopf), 1 Woche Frühjahr 2018 Mögliche Zusammenarbeit mit Bildungsstätte des Volksbundes in Niederbronn
  • Weißrußland : 2 Wochen Sommer 2018
  • Deutschland, Herbst, mit Abschlußfest von VoCE2014-2018, Europ. Friedensfest, im November 2018

Den Partnern steht die Zusammenarbeit in allen Zyklen offen.

Träger

Ist in Frankreich der für das Geamtprojekt gegründete Verein VoCE2014-2018,  in dem sich  die Initiatoren des Gesamtprojektes zusammengeschlossen haben. Dazu gehören zwei Laienchöre, die Ecole de la Paix aus Grenoble, die seit 1988 Projekte der Erziehung zum Frieden durchführt, sowie die die „Dialogues en Humanité“, die seit 2002  in Lyon und anderswo zivilgesellschaftliche Foren anbieten.

In Bosnien-Herzegowina ist für die „Friedensschulen“ unser Partner das „OGB&H“ von Gen. Jovan Divjak. Es fördert seit 1995 die Ausbildung ehemaliger Kriegswaisen und heute die junger Roma.

In Polen bereiten wir die Partnerschaft mit der Fundacja Nowy Staw  in Lublin vor, die sich seit 1992 für europäische Bildung einbringt.

In Deutschland arbeiten wir mit dem Volksbund/Deutsche Kriegsgräberfürsorge/LV Berlin zusammen, beginnend mit dem ersten Zyklus.

Weiterhin sind wir im Gespräch mit  Künstlern, die die Friedensschulen begleiten werden.

Finanzierung

Das Deutsch-Französische Jugendwerk sagt grundsätzlich eine Förderung zu. Je nach Notwendigkeit werden wir auch auf das Jugendprogramm der EU „Jugend in Aktion“ zurückgreifen, besonders für den 3. Zyklus.  Jeder Partner engagiert sich, zusätzlich zur internationalen Projektförderung in seinem Land  Unterstützung zu finden für die Reisen sowie den Empfang der Gruppen: Freiwillige für die Übersetzung, Transport vor Ort, Räume für Gruppen und für Aufführungen….Jeder Partner nimmt Teilnehmerbeiträge, die niemanden ausgrenzen.

Alleinstellungsmerkmal ?

Das Projekt VoCE 2014-2018  wurde in Frankreich offiziell als internationales Projekt im Rahmen des „Centenaire  1914-1918“  anerkannt. Damit gehen wir die Verantwortung zu einem Bildungsauftrag ein.

Unsere Besonderheit liegt darin, dass wir

- das Europa, das vor der jungen Generation liegt, mitgestalten wollen und dessen Herausforderungen beleuchten, ohne vorgegebene Interpretationsmustern der Geschichte und der Gegenwart;

-  jungen Menschen in Europa mit verschiedensten Hintergründen eine Möglichkeit zur  Weiterbildung öffnen, die sich auf die Reflexion des europäischen Bruderkrieges mit weltweitem Schauplatz  stützt;

- dem eigenen Engagement junger Menschen in verschiedenen Ländern Europas eine Plattform zum eigenen Ausdruck geben, wobei jeder Teilnehmende sich persönlich einbringen muß;

- die Friedensschulen mit den Chorbegegnungen verknüpfen und zu einer generationsübergreifenden künstlerischen Friedensbotschaft  in 2018 gelangen werden.

Version März 2014/MJL